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The Rolling Stones - Some Girls - Deluxe Edition
*****
[sbh|jl]
 
erscheint: 18. November 2011
Label: [Polydor (Universal)]
#Disks 2
Musikrichtung: [Pop|Rock]
 
The Rolling Stones
 
Vor nunmehr 33 Jahren - bevor die seinerzeit dienstälteste und natürlich beste Rock’n Roll Band der Welt ihr epochales Album „Some Girls“ herausbrachte -, stand die Gruppe vor den Trümmern ihrer eigenen Existenz:
Der Gitarrist Mick Taylor verließ Ende 1974 als erster das Unternehmen Rolling Stones auf beiden Füßen und stand damit zumindest besser da als sein Vorgänger, Brian Jones, der am 02. Juli 1969 tot in seinem Swimming-Pool aufgefunden wurde. (Die Mordermittlungen der Polizei laufen auch noch im Jahr 2009 weiter.)

„Glimmer-Twin“ Keith Richards beflügelte die Wettquoten der Buchmacher als der Rockstar, der mutmaßlich als nächstes das Zeitliche segnen würde. Aufgrund des Vorwurfs des Handelns mit Heroin drohte ihm darüber hinaus eine langjährige Haftstrafe in Kanada und damit das Aus seiner Stones-Karriere.

Die letzten Studioveröffentlichungen „It’s Only Rock’n Roll“ sowie „Black And Blue“ waren, in Relation zu den Großtaten von „Beggars Banquet“ bis „Exile On Main Street“, qualitativ sicherlich nicht schlecht, aber doch abfallend. Das letzte Live Album „Love You Live“ war eine eher lustlose Vertragserfüllungsangelegenheit.

Erst mit der Veröffentlichung ihres bis heute bestverkauften Originalalbums „Some Girls“ katapultierten sich die Steine nahe an den musikalischen Zeitgeist, der 1978 aus den beiden Strömungen Punk und Disko gespeist wurde. Die Nr. 1-Single „Miss You“, die bewegende Ballade „Beast Of Burdon“ sowie das selbstbiographisch geprägte „Before They Make Me Run“ sind auch noch heute repertoiresicher in den Konzerten der Rolling Stones zu hören. „When The Whip Comes Down” und “Shattered” thematisieren das Leben im “Big Apple”, “Whip” tut dies in für Stones Verhältnisse ungewöhnlicher Weise aus dem Blickwinkel eines Mitglieds der “Gay-Community”.
Punk-Remineszenzen wie „Lies“ und Respectable“ klangen so schmutzig und schnell, dass die Songs auch durchaus auf einer Platte der „Clash“ keine schlechte Rolle gespielt hätten.

Ärger gab es für den Text des seinerzeit vermeintlich frauenfeindlichen und sexistischen „Some Girls“ („... black girls just wanna fuck all night ...). Aus heutiger Sicht wirkt der Text eher selbstironisch bzw. wie die Äußerung eines „Don Juan, der in der Hölle gelandet ist“, wie der Begleittext der tollen Neuauflage des Kultalbums verkündet.

Die erneut durch klangliches Remastering optimierte Fassung dieses Klassikers erzielt seinen Mehrwert aus den nunmehr beigefügten zwölf Bonus Songs. Von den im Studio nachbearbeiteten Songs stechen der mit Jerry Lee Lewis’ Piano gespielte Rockabilly „Claudine“ sowie der Rock’n Roll Klassiker „Talahassee Lassie“ heraus. Der Hank Williams Country- Song „You Win Again“ dürfte die Stones-Puristen eher verschrecken, schlägt aber stylistisch in die selbe Kerbe wie das ironische “Faraway Eyes” vom Original-Album.

Wer aber in den weiteren „Überresten“ Songs von der Qualität wie „Brown Sugar“ oder „Start Me Up“ sucht, dürfte hier eher nicht fündig werden.

Trotzdem ist die ergänzte Neuauflage eines echten Klassikers, der an die vorausgegangenen Super-Deluxe Versionen von „Get Yer Ya Ya’s Out“ und „Exile On Main Street“ anknüpft, allemal seine Anschaffung wert.